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Patientenverfügung und Patientenverfügung "Plus": Ihre Wünsche zählen

18.2.2025

Die Patientenverfügung ist ein unverzichtbares Instrument, um Ihre medizinischen Wünsche und Werte für den Ernstfall zu sichern. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige über die Bedeutung, Vorteile und Erstellung einer Patientenverfügung in der Schweiz – einschliesslich der weiterentwickelten Patientenverfügung "Plus".

Bild eines Patientenverfügungs-Dokument

Was ist eine Patientenverfügung in der Schweiz?

Die Patientenverfügung ist ein schriftliches Dokument, in dem Sie Ihre medizinischen Wünsche für den Fall festlegen, dass Sie selbst nicht mehr in der Lage sind, Entscheidungen zu treffen. Sie gibt Ihnen eine Stimme, wenn Sie durch Unfall, Krankheit oder andere Umstände urteilsunfähig werden. In der Schweiz ist die Patientenverfügung gesetzlich geregelt, insbesondere im Schweizerischen Zivilgesetzbuch (Art. 370 ff.). Sie erlaubt es Ihnen, medizinische Massnahmen vorab zu bestimmen und Personen zu benennen, die im Ernstfall Ihren Willen vertreten sollen.

Durch eine Patientenverfügung wird sichergestellt, dass Ihre Behandlungswünsche respektiert werden und Ihnen die bestmögliche Lebensqualität erhalten bleibt, selbst in herausfordernden Situationen.

Bedeutung einer Patientenverfügung

Eine Patientenverfügung ist nicht nur ein Dokument – sie ist ein Ausdruck Ihrer Autonomie und Ihrer Werte. In der Schweiz bietet sie rechtliche Sicherheit und ermöglicht es, dass die medizinische Versorgung im Einklang mit den individuellen Vorstellungen der Patient*innen erfolgt. Ärzte, Pflegepersonal und Angehörige können sich in schwierigen Momenten an den festgelegten Wünschen orientieren.

Das Fehlen einer Patientenverfügung kann dazu führen, dass Entscheidungen getroffen werden, die nicht Ihren Vorstellungen entsprechen. Dies kann Belastungen für Angehörige und Konflikte innerhalb von Familien oder mit dem Behandlungsteam auslösen. Die Patientenverfügung sorgt hier für Klarheit und Verlässlichkeit.

Vorteile einer Patientenverfügung

Eine Patientenverfügung bringt zahlreiche Vorteile mit sich, die sowohl für den Verfasser als auch für die Angehörigen und das medizinische Personal von Bedeutung sind:

Würdevolles Lebensende
Entlastung für Angehörige
Sicherheit bei medizinischen Entscheidungen
Vermeidung unerwünschter Behandlungen
Patientenwünsche respektieren
Vorausplanung im Notfall

Die Patientenverfügung "Plus" – Mehr als eine klassische Verfügung

Die Patientenverfügung "Plus" ist eine erweiterte Version der klassischen Patientenverfügung, da viele herkömmliche Verfügungen in der Praxis unklar formuliert sind und zu Unsicherheiten führen können. Oft wissen Ärzt*innen und Angehörige nicht genau, welche Entscheidungen im Ernstfall wirklich gewünscht sind.

Genau hier setzt die Patientenverfügung "Plus" an: Sie ermöglicht nicht nur die Festlegung von Behandlungswünschen, sondern sorgt durch umfassende Beratung und detaillierte Szenarienplanung dafür, dass diese Wünsche eindeutig formuliert und realistisch umsetzbar sind.

Vorteile der Patientenverfügung "Plus":

  • Sie berücksichtigt unterschiedliche Krankheitssituationen
  • Klare Festlegung von Therapieoptionen für verschiedene Krankheitsverläufe und medizinische Notfälle
  • Individuelle Beratung durch geschulte Fachpersonen, um persönliche Werte und Wünsche zu erfassen
  • Detaillierte Dokumentation, damit Ärzt*innen und Pflegekräfte genau wissen, was im Ernstfall gewünscht ist

Interessiert an einem Beratungsgespräch? Unsere Expertin hilft Ihnen gerne weiter.

Advance Care Planning (ACP) als Basis

Die Patientenverfügung "Plus" basiert auf dem Konzept des Advance Care Planning (ACP) – einem strukturierten Prozess, der Menschen dabei unterstützt, ihre medizinischen Wünsche und Werte für die Zukunft klar zu definieren und festzuhalten. ACP hilft dabei, die eigene medizinische Versorgung vorausschauend zu planen, sodass persönliche Wünsche auch dann respektiert werden, wenn eigenständige Entscheidungen nicht mehr möglich sind. Es schafft Klarheit, entlastet Angehörige in schwierigen Momenten und gibt Sicherheit, dass medizinische Massnahmen im Einklang mit den individuellen Vorstellungen getroffen werden.

Für wen ist die Patientenverfügung "Plus" geeignet?

Die Patientenverfügung "Plus" richtet sich an alle, die eine umfassende Planung für ihre medizinische Versorgung im Fall einer Urteilsunfähigkeit wünschen:

Der Prozess der Erstellung einer Patientenverfügung "Plus":

Die Erstellung einer Patientenverfügung, insbesondere einer "Plus"-Variante, folgt einem strukturierten und persönlichen Prozess. Dieser beinhaltet mehrere Schritte, die sicherstellen, dass Ihre individuellen Wünsche und Werte umfassend berücksichtigt werden:

1. Persönliche Reflexion

Der erste Schritt ist eine persönliche Auseinandersetzung mit den eigenen Werten, Lebensvorstellungen und Ängsten. Dabei geht es darum, grundlegende Fragen zu beantworten, wie zum Beispiel: Welche Lebensqualität ist mir wichtig? Unter welchen Umständen würde ich eine lebensverlängernde Behandlung ablehnen?

2. Beratungsgespräche mit ACP-Expert*innen

Professionelle ACP-Berater*innen helfen Ihnen, Ihre Wünsche und Ziele zu konkretisieren. Diese Gespräche bieten Raum, um medizinische Szenarien und deren Konsequenzen zu besprechen, sowie offene Fragen zu klären. Die Berater*innen unterstützen Sie dabei, informierte Entscheidungen zu treffen und diese in einer Patientenverfügung festzuhalten.

3. Dokumentation der Wünsche

Nach den Beratungsgesprächen werden Ihre Entscheidungen schriftlich festgehalten. Die Dokumentation ist klar und spezifisch, sodass sie für medizinisches Fachpersonal und Angehörige leicht verständlich ist. Zusätzlich können vertretungsberechtigte Personen benannt werden, die im Ernstfall Ihre Interessen vertreten.

Wie wird die Patientenverfügung rechtlich wirksam?

Damit eine Patientenverfügung im Ernstfall wirksam ist, müssen bestimmte rechtliche Anforderungen erfüllt sein. In der Schweiz ist die gesetzliche Grundlage klar definiert, was die Gültigkeit und Anwendung betrifft.

  • Formale Anforderungen: Die Patientenverfügung muss schriftlich vorliegen und eigenhändig unterschrieben sein. Es empfiehlt sich, sie in regelmässigen Abständen zu aktualisieren und dies zu dokumentieren.
  • Hinterlegung und Abrufbarkeit: Die Patientenverfügung sollte bei Familie, Vertrauenspersonen oder in einem Register hinterlegt werden, damit sie im Notfall schnell zugänglich ist.
  • Einbindung in die medizinische Versorgung: Die Patientenverfügung sollte mit Ihren behandelnden Ärzt*innen besprochen und in Ihre Patientenakte aufgenommen werden. So wird sichergestellt, dass sie bei medizinischen Entscheidungen berücksichtigt wird.

Welche Entscheidungen umfasst eine Patientenverfügung "Plus"?

Die Patientenverfügung "Plus" ermöglicht es, detaillierte Therapieziele für verschiedene Szenarien festzulegen. Diese umfassen u.a.:

Häufige Missverständnisse zur Patientenverfügung

Obwohl die Patientenverfügung ein wichtiges Instrument ist, gibt es viele Missverständnisse, die ihren Nutzen beeinträchtigen können. Diese beruhen oft auf fehlendem Wissen oder falschen Annahmen.

"Eine Patientenverfügung ist nur etwas für ältere Menschen."

Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass nur ältere oder schwer kranke Menschen eine Patientenverfügung benötigen. Tatsächlich kann jeder in eine Situation geraten, in der er oder sie urteilsunfähig wird – sei es durch einen Unfall oder eine plötzliche Erkrankung.

"Ärzt*innen müssen sich nicht an die Patientenverfügung halten."

In der Schweiz sind Ärzt*innen verpflichtet, die in einer Patientenverfügung dokumentierten Wünsche zu berücksichtigen, solange sie rechtlich zulässig und medizinisch sinnvoll sind. Die Patientenverfügung gibt den Behandlungsteams klare Vorgaben.

"Eine Patientenverfügung kann nicht geändert werden."

Ein weiteres Missverständnis ist, dass Patientenverfügungen unveränderlich sind. Tatsächlich kann und sollte eine Patientenverfügung regelmässig überprüft und bei Bedarf angepasst werden, um sicherzustellen, dass sie den aktuellen Wünschen entspricht.

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