Zurück

Alternativen zum Altersheim

22.05.2026

Für manche Familien kommt der Moment sehr plötzlich, bei anderen wird es nach und nach klarer: Ein Familienmitglied kann nicht mehr alleine zuhause wohnen. Was nun? Ist das Altersheim die richtige Lösung? Wären betreutes Wohnen oder eine Haushaltshilfe mögliche Alternativen? Welche Optionen gibt es?

Wohngebäude von aussen mit rost-roter Fassade und Balkonen.

Mit zunehmendem Alter wird es für viele Menschen früher oder später schwierig, ohne Unterstützung alleine zuhause zu leben. Oftmals kommt dieser Punkt bereits vor der Pflegebedürftigkeit. Das Staubsaugen und Abstauben, das Kochen und das Aufräumen - Alltagsaufgaben, die zur Herausforderung werden können. Auch Treppen im Haus oder Mühe beim Aufstehen vom Sofa oder aus dem Bett können Gründe sein, weshalb plötzlich ein Umzug (ins Altersheim?) in Betracht gezogen wird. Dann ist der erste Gedanke oft das Altersheim. Doch Altersheime sind teuer, viele Menschen wollen eigentlich auch gar nicht ins Heim. Welche Alternativen könnten stattdessen in Frage kommen?

Wohnen im Alter - welche Möglichkeiten gibt es?

Nicht jede Seniorin oder jeder Senior möchte in ein Alters- oder Pflegeheim ziehen. Manche wünschen sich mehr Selbstständigkeit, andere fühlen sich zu Hause sicherer und wohler. Je nach gesundheitlichen und persönlichen Bedürfnissen, Wünschen und Möglichkeiten, können sich verschiedene Wohnformen anbieten. 

Betreutes Wohnen

Beim betreuten Wohnen leben Seniorinnen und Senioren weiterhin eigenständig in einer altersgerechten Wohnung. Wohnanlagen, die auf betreutes Wohnen ausgelegt sind, verfügen über Infrastruktur, die den Bedürfnissen von älteren Menschen gerecht wird. Dazu gehören beispielsweise hindernisfreie Zugänge zu sämtlichen Räumlichkeiten, Notrufsysteme, Gemeinschaftsräume, Nasszellen mit Toilettensitzerhöhungen und Sitzbrettern in der Dusche, Handläufe in den Räumlichkeiten oder Griffe die der Sicherheit und der Selbstständigkeit dienen. 

Oftmals wird in Einrichtungen mit betreutem Wohnen auch ein Reinigungsservice, soziale Aktivitäten oder Unterstützung im Alltag angeboten und es gibt ein Pflegeangebot. Auch Services wie Frisör-Besuche oder Manicure und Pedicure werden oft im Haus angeboten, wodurch auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität Zugang haben zu Leistungen, die normalerweise ausserhalb der eigenen vier Wände in Anspruch genommen werden müssen. 

anmeldung-infoveranstaltung-pflegehelferkurs-2

Diese Wohnform eignet sich besonders für Menschen, die ihren Alltag noch weitgehend selbstständig bewältigen können, sich aber mehr Sicherheit und Entlastung wünschen. Zudem kann es ein Vorteil sein, dass mit zunehmendem Unterstützungs- oder Pflegebedarf die Möglichkeit besteht, diese Leistungen vor Ort in Anspruch zu nehmen und so auch mit zunehmender Altersschwäche noch relativ lange in den eigenen vier Wänden wohnen zu können. 

Es kann hilfreich sein, sich bei verschiedenen Institutionen umzusehen, um eine Idee zu bekommen, wie diese Wohnform aussehen kann. Denn es gibt verschiedene Angebote für verschiedene Bedürfnisse und es lohnt sich, ein passendes Angebot zu suchen. Beispiele für solche Angebote sind Betreutes Wohnen Heiligkreuz in St.Gallen oder das Kompetenzzentrum Schönbühl in Schaffhausen - es gibt viel verschiedene Angebote in der ganzen Schweiz und dies ist nur eine kleine Auswahl!

Betreuung und Pflege zu Hause

Viele Menschen wünschen sich möglichst lange im vertrauten, eigenen zuhause zu bleiben. Die Betreuung und Pflege zuhause ermöglicht dies und es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie dies gestaltet werden kann. Zum einen gibt es die Angehörigenpflege, bei welcher die Angehörigen sich um ihre Liebsten kümmern und Unterstützung im Alltag bieten und dafür einen Lohn erhalten. Auf unserer Webseite finden Sie mehr Informationen zum Modell der Angehörigenpflege

Eine weitere Möglichkeit ist, die Leistungen einer Spitex-Organisation, einer Haushaltshilfe oder einer stundenweise Betreuung in Anspruch zu nehmen. Welche Form sich besonders eignet, ist im individuellen Fall zu klären. 

Wenn Sie beispielsweise Unterstützung im Haushalt brauchen und keine pflegerischen Leistungen benötigen, kann eine Haushaltshilfe oder die Anstellung einer Reinigungskraft zielführend sein. Für pflegerische Leistungen hingegen sollte eine seriöse und offiziell anerkannte Spitex-Organisation gewählt werden. Leistungen der Grundpflege, welche durch pflegende Angehörige oder eine Spitex-Organisation erbracht werden, können zudem über die Krankenkasse abgerechnet werden.

Diese Form des Wohnens im Alter kann besonders für Menschen, die zuhause bleiben möchten und nur punktuell Unterstützung im Alltag oder bei der Körperpflege brauchen, passend sein. Wenn der Toilettengang oder das Aufstehen beispielsweise nicht mehr selbstständig bewältigt werden können, kann diese Form jedoch organisatorisch und finanziell sehr aufwändig werden und auch aus Gründen der Sicherheit suboptimal sein. Häufige Stürze, stark eingeschränkte Mobilität oder Demenz sind oftmals Gründe, weshalb eine andere Form des Wohnens im Alter geeigneter sein kann. 

Tagesstätten und Tagespflege

Tagesstätten und Tagespflege bieten Seniorinnen und Senioren tagsüber Betreuung, soziale Kontakte und verschiedene Aktivitäten, ohne dass sie ihr gewohntes Zuhause definitiv verlassen müssen. Gemeinsame Mahlzeiten und Bewegungsangebote, pflegerische Unterstützung und Aktivierungsangebote können sehr wertvoll sein, um tagsüber nicht alleine zu sein, aktiv zu bleiben und eine Alltagsstruktur zu haben. 

Für ältere Menschen, die sich einen strukturierten Tagesablauf oder ein abwechslungsreiches Angebot an Aktivitäten wünschen und pflegerische Unterstützung brauchen, jedoch noch nicht vollständig von zuhause weg möchten, kann dies eine geeignete Lösung darstellen. 

anmeldung-infoveranstaltung-pflegehelferkurs-2

Senioren-WGs oder gemeinschaftliches Wohnen

Auch gemeinschaftliche Wohnformen im Alter gewinnen zunehmend an Bedeutung. In Senioren-Wohngemeinschaften leben mehrere ältere Menschen gemeinsam unter einem Dach und unterstützen sich gegenseitig im Alltag. Dabei hat jede Person ihren privaten Rückzugsort, während Gemeinschaftsräume gemeinsam genutzt werden. Viele Seniorinnen und Senioren schätzen diese Wohnform, weil sie Einsamkeit vorbeugt und soziale Kontakte fördern kann. Je nach Bedarf lassen sich zusätzlich externe Unterstützungsangebote wie Spitex oder Haushaltshilfen organisieren. Gemeinschaftliches Wohnen verbindet damit Selbstständigkeit mit gegenseitiger Unterstützung und sozialer Nähe.


 

Welche Lösung ist die richtige?

Ob Altersheim, betreutes Wohnen oder Betreuung zu Hause – die passende Lösung hängt immer von der persönlichen Situation ab.

Wichtige Fragen sind:

  • Wie hoch ist der Pflegebedarf? 
  • Wie selbstständig ist die betroffene Person noch?
  • Welche finanziellen Möglichkeiten bestehen?
  • Welche Wünsche und Bedürfnisse stehen im Vordergrund?
  • Wie stark können Angehörige unterstützen?

Eine frühzeitige Planung hilft dabei, die passende Lösung ohne Zeitdruck zu finden. 

Finanzierungsmöglichkeiten beim Wohnen im Alter

Eine Pauschalaussage kann kaum gemacht werden zur Finanzierung der verschiedenen Wohnformen im Alter. Je nach Wohn- und Betreuungsform können sich verschiedene Stellen an den Kosten beteiligen. Dazu gehören beispielsweise die Krankenkasse bei Spitex-Leistungen, Ergänzungsleistungen oder kantonale Unterstützungsangebote. Oftmals können Ihnen die Mitarbeitenden der jeweiligen Angebote oder Institutionen Auskunft über Finanzierungsmöglichkeiten zum gewählten Angebot geben. Weitere Auskunftsstellen sind die zuständigen kantonalen Stellen oder Anlaufstellen wie Pro Senectute.

Fazit

Die Kosten für Alters- und Pflegeheime in der Schweiz sind hoch und stellen viele Familien vor grosse Herausforderungen. Dennoch gibt es verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten durch Krankenkasse, Ergänzungsleistungen sowie Kanton und Gemeinde.

Betreutes Wohnen, Betreuung zu Hause oder alternative Wohnformen ermöglichen vielen Seniorinnen und Senioren ein selbstbestimmtes Leben mit der Unterstützung, die sie benötigen. Wir erleben immer wieder, dass Menschen, die nicht mehr vollständig alleine zu Hause leben können, in Einrichtungen mit betreutem Wohnen über lange Zeit gut aufgehoben sind und dort weiterhin selbstständig leben können.

Wichtig ist vor allem, sich frühzeitig zu informieren, Beratung in Anspruch zu nehmen und gemeinsam eine Lösung zu finden, die sowohl zur Lebenssituation als auch zu den persönlichen Bedürfnissen passt.