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Angehörigenpflege und sich dafür bezahlen lassen ist nicht herzlos, sondern verantwortungsvoll
23.1.2026
Pflegebedürftige Menschen zu unterstützen, ist oft eine Aufgabe, die aus Liebe und Verantwortung übernommen wird. Gleichzeitig ist es eine Arbeit, die körperlich und emotional herausfordernd sein kann. In der Schweiz können pflegende Angehörige für ihre Leistungen finanziell entschädigt werden, indem sie sich anstellen lassen – und das ist weder herzlos, pitetätlos noch arrogant. Es ist ein rechtlich anerkanntes und praxisnahes Mittel, um die Pflege nachhaltig zu gestalten und gleichzeitig die eigene Existenz abzusichern.

Die Pflege von Angehörigen ist Arbeit – auch wenn sie aus Liebe geschieht
Viele Menschen verbinden Pflege automatisch mit uneigennütziger Hilfe. Dabei darf man nicht vergessen: Pflege kostet Zeit, Kraft und oft auch eigene Ressourcen in Form von Zeit, Energie und finanziellen Mitteln. Wer rund um die Uhr Angehörige unterstützt, übernimmt Verantwortung, trifft wichtige und schwierige Entscheidungen, begleitet bei Terminen und organisiert den Alltag – Aufgaben, die man auch in einem professionellen Umfeld bezahlen würde. Die finanzielle Entschädigung ist eine Anerkennung dieser Leistung. Sie ist nicht Ausdruck von Herzlosigkeit, sondern von realistischer Wertschätzung.
Finanzielle Absicherung pflegender Angehöriger
Die Pflege und Unterstützung von Angehörigen kostet Zeit. Diese Zeit muss irgendwo freigeräumt werden. Wird der Bedarf an Unterstützung bei Pflegeempfänger*innen höher und das zuhause leben möchte beibehalten werden, bleiben nicht viele Optionen. Eine davon ist, das Pensum zu reduzieren. Das hat jedoch finanzielle Folgen und der dann tiefer ausfallende Lohn reicht möglicherweise nicht mehr aus, das eigene Leben und möglicherweise auch das seiner Liebsten zu finanzieren. Wird der Beruf gar ganz aufgegeben bei zeitintensiver Pflege von Angehörigen, entfallen zudem wichtige Absicherungen für die eigene Zukunft: AHV-Beiträge, Pensionskassengelder, Unfallversicherung. Um Lücken zu vermeiden, müssen die Beträge und Versicherungen selbst bezahlt werden - ein weiterer Kostenpunkt, der durch die Pflege von Angehörigen entstehen kann. Und sich nicht jeder leisten kann.
Eine weitere Option kann die Anstellung externer Pflegefachpersonen sein oder eine 24h-Betreuung. Dies ist aber oft mit hohen Kosten verbunden und viele Menschen können sich dies nicht leisten, ohne grosse Einsparungen an anderen Ecken machen zu müssen.
- AHV- und Pensionskassenansprüche werden gesichert. Pflegezeiten können angerechnet werden, wodurch Rentenlücken vermieden werden.
- Unfall- und Krankenversicherung: Viele kantonale Leistungen sind mit Versicherungsschutz verbunden, wodurch pflegende Angehörige abgesichert bleiben, falls sie selbst krank werden oder einen Unfall erleiden.
- Existenzielle Absicherung: Pflege kann über Jahre hinweg erfolgen. Ohne Entschädigung droht ein finanzieller Engpass, der langfristig Belastungen für die ganze Familie bedeutet.
Darüber hinaus hat die finanzielle Entschädigung einen gesellschaftlichen Nutzen: Wer es sich nicht leisten kann, das Pensum zu reduzieren, um einen Angehörigen zuhause zu pflegen oder zu unterstützen, sieht oft nur die Alternative, die Person in ein Heim zu geben. Das wollen viele nicht - weder die pflegebedürftigen Menschen noch ihre Angehörigen.
Pflege zuhause vs. Heimeintritt
Ein Heim ist teuer und belastet sowohl das Gesundheitssystem als auch das eigene Portemonnaie. Wenn es finanziell nicht möglich ist, das Pensum zu reduzieren, um sich um eine*n Angehörige*n zu kümmern, bleiben wenige Alternativen zu einem Heimeintritt. Viele bezeichnen dies dann als “ins Heim abschieben”, wenn sie eigentlich nicht bereit sind, ins Heim zu gehen oder ihre Liebsten ins Heim zu geben.
Mit einer angemessenen Entschädigung können pflegende Angehörige den Verbleib zuhause ermöglichen – ein klarer Gewinn für alle Beteiligten: Die Pflegeperson kann Unterstützung leisten, der/die Pflegebedürftige bleibt in der vertrauten Umgebung und Heimkosten werden eingespart.
Heimeintritte sind nicht immer vermeidbar und Pflegeheime oder Altersheime ein wertvoller, essentieller Bestandteil unseres Systems. Doch in Situationen, in welchen der Heimeitritt aus Mangel an Zeit und trotz Wunsch, die Liebsten zuhause pflegen zu können entstehen, können durch die Anstellung als pflegende*r Angehörige*r vermieden werden.
Die Pflege von Angehörigen darf keine Belastung sein, die alles andere ausschliesst
Pflegende Angehörige jonglieren oft zwischen Familie, Beruf und eigenen Bedürfnissen. Auch Personen, die Unterstützung empfangen, erfahren oftmals ein Gefühl von zur Last fallen oder haben ein schlechtes Gewissen, weil die oder der Angehörige, der sich um sie kümmert, gestresst oder überlastet wirkt - und möglicherweise auch real gestresst und überlastet ist. In dieser Situation fällt es nicht immer leicht, um etwas zu beten oder die geleistete Arbeit anzunehmen.
Manchmal habe ich das Gefühl, mein Mann hat gar kein eigenes Leben mehr. Alles dreht sich um mich - er kann nicht mal einen Tag biken oder mit Freunden wandern gehen, da ich nicht alleine aufstehen kann. Das belastet mich und manchmal denke ich, es wäre einfacher, wenn ich ins Heim gehen würde. - Zitat von Sandra M. (49), Pflegeempfangende
Entlastung für die pflegebedürftige Person
Wenn Angehörige finanziell entschädigt werden, erleichtert dies nicht nur deren Alltag, sondern auch den pflegebedürftigen Menschen. Zu wissen, dass die oder der pflegende Angehörige eine finanzielle Entschädigung erhält, kann das Gefühl von eine Last zu sein, jemanden zu fest einspannen oder gar Schuldgefühle abschwächen oder gar verschwinden lassen.
Finanzielle Entschädigung schliesst Liebe nicht aus
Das Empfangen einer finanziellen Entschädigung für die Unterstützung und Pflege von Angehörigen schliesst das Herz nicht aus. Man kann sich aus Liebe und Herzblut um seine Liebsten kümmern UND eine finanzielle Entschädigung dafür erhalten. Es kann die geleistete Arbeit sogar verbessern, da viele Sorgen, Ängste und Probleme finanzieller Natur aus der Welt geschaffen oder reduziert werden können.
Wer Kinderzulagen für seine eigenen Kinder erhält, stellt sich nicht die Frage, ob das Kümmern nicht “aus reiner Liebe” geschehen sollte. Jedem ist klar, dass dies Zeit und Geld kostet - und das Aufziehen der Kinder aus Liebe geschieht und nicht aus finanzieller Motivation. Bei der Pflege von Angehörigen ist es ebenso: Es kostet Zeit und Geld. Eine Entschädigung schliesst die Liebe nicht aus.
Nicht bloss finanzielle Entschädigung für die Pflege von Angehörigen
Die Anstellung als pflegende*r Angehörige*r beinhaltet nicht nur eine finanzielle Entschädigung. Bei Arana Care erhalten alle pflegenden Angehörigen eine Ausbildung in unserer internen Academy, in welcher praxisnah Fachwissen und hilfreiche Fähigkeiten für den Pflegealltag erlernt werden. Für eine nachhaltige Pflegesituation zuhause, ist zudem für alle bei Arana Care angestellten pflegenden Angehörigen ein*e Care Manager*in zuständig, die mit Hilfe von regelmässigen Besuchen zuhause und Telefonaten die Pflegesituation begleitet und mit fachlicher Expertise beurteilen kann. Bei Bedarf steht unseren pflegenden Angehörigen zudem unser Entlastungsangebot zur Verfügung, sodass sich die pflegenden Angehörigen erholen können, um mit neuer Energie in den Alltag zurückzukehren, wenn alles mal zu viel wird.
Eine Anstellung bei Arana Care ist mehr als finanzielle Entschädigung - es bedeutet verantwortungsvoll und mit sich, seinen Angehörigen und den vorhandenen Ressourcen umzugehen zu lernen. So kann die Pflege seiner Liebsten zuhause erfolgreich, möglichst lange und professionell begleitet beibehalten werden.
Pflegende Angehörige leisten eine anspruchsvolle Arbeit, die oft unsichtbar bleibt. Eine finanzielle Entschädigung schützt ihre Zukunft, ermöglicht Pausen, reduziert Belastung und sorgt dafür, dass Hilfe langfristig erbracht werden kann. Sie ist ein Zeichen von Verantwortung und einem realistischem Umgang mit den eigenen Ressourcen – nicht von Herzlosigkeit oder Arroganz. Gleichzeitig ermöglicht sie, dass pflegebedürftige Menschen in der vertrauten Umgebung bleiben können, statt ins Heim zu müssen – ein Gewinn für alle Beteiligten.